Die estnischen Vorschriften erlauben es, dass das Anteilskapital deines Unternehmens von jedem Geschäftskonto in der EU/im EWR eingezahlt werden kann. Das bedeutet, dass ein Geschäftskonto in der EU/im EWR für einige e-Residents eine gute Option ist. Das bedeutet auch, dass ein Bankkonto in Estland für viele e-Residents nicht notwendig ist.
Viele e-Residents entscheiden sich für ein Zahlungsinstitut (Fintech) für ihre geschäftlichen Bankgeschäfte, da hier Konten komplett online eröffnet werden können und oft flexiblere Konditionen geboten werden. In dieser Kategorie hat sich in den letzten Jahren die größte Vielfalt an Angeboten für Geschäftskunden herausgebildet und es wird erwartet, dass die Auswahl in Zukunft noch größer wird.
Banken in der EU/im EWR
Banken in der EU/im EWR sind vielleicht zunächst nicht mit e-Residency oder standortunabhängigem Unternehmertum vertraut, aber es kann andere Faktoren geben, die für dich sprechen, wenn du Bürger/in der EU/des EWR bist und bereits ein Konto bei der Bank hast, die du in Betracht ziehst.
Insgesamt ist es für die Banken wahrscheinlicher, dass sie die erforderliche Due-Diligence-Prüfung durchführen können, um festzustellen, ob du ein rechtmäßiges Geschäft betreibst, wenn du den Antrag am Ort deines physischen/ständigen Wohnsitzes stellst. Außerdem kannst du eine Bank wählen, zu der du bereits eine langjährige Beziehung hast – sie wird dich viel besser kennen als eine neue Bank oder ein Fintech.
Ein lokales Bankkonto könnte auch eine bessere Option für dich sein, wenn du dein Unternehmen hauptsächlich in deinem Wohnsitzland betreibst, dein Unternehmen in diesem Land in der Fertigung tätig ist oder wenn du als Vermittler fungierst, um die Dienstleistungen anderer zu verkaufen.
Fintechs und Zahlungsinstitute
Zahlungsinstitute können Konten mit vielen Funktionen anbieten, die denen traditioneller Banken ähneln, darunter eine IBAN (Internationale Bankkontonummer), die dein Unternehmen nutzen kann.
Da es eine große Anzahl dieser Unternehmen gibt, die weltweit tätig sind und den Bankensektor aufmischen, konzentrieren Fintechs sich oft auf Nischenfunktionen, die bestimmten Arten von Unternehmen zugute kommen, wie z. B. die Zahlungsabwicklung für E-Commerce-Unternehmen oder Rechnungs- und Buchhaltungstools, die ideal für Freelancer, Berater und Einzelunternehmer sind.
Erwägungen
Anders als Banken sind diese Fintechs nicht befugt, das auf dein Konto eingezahlte Geld zu verleihen. Aus diesem Grund ist die Art und Weise, wie sie arbeiten und mit Risiken umgehen, unterschiedlich. Zahlungsinstitute sind nicht durch die üblichen Einlagensicherungssysteme abgedeckt, aber sie müssen die Kundengelder auf andere Weise schützen, z. B. indem sie die Einlagen der einzelnen Kunden getrennt halten. Es ist immer gut, sich genau zu informieren, bevor du dich für einen Anbieter entscheidest.
Wen soll man wählen?
Die Auswahl an Business-Banking-Angeboten ist so groß, komplex und ändert sich ständig, dass es schwierig ist, alle Optionen aufzuzählen, die e-Residents zur Verfügung stehen. Du findest die aktuelle Liste der Dienste, die wir identifiziert und mit denen wir eine Kommunikation aufgebaut haben, auf unserem Marktplatz. Das bedeutet aber nicht, dass du keine anderen Zahlungsinstitute nutzen kannst, wenn sie deinen Bedürfnissen entsprechen.
Wir arbeiten ständig mit neuen Banken und Zahlungsinstituten zusammen, um sie zu ermutigen, ihre Dienste auf e-Residents auszuweiten – von der Sicherstellung der Einhaltung der estnischen Geschäftsregeln bis hin zur Unterstützung bei der Integration der Authentifizierung mit deiner digitalen ID-Karte. Wir freuen uns über Feedback, wenn du eine neue Lösung findest, die auch für andere e-Residents funktionieren könnte.
Wenn du ein Konto bei einem neuen Anbieter eröffnest, gib immer so viele Infos wie möglich über dein Unternehmen und seine Aktivitäten, damit der Anbieter deine Geschäftstätigkeit besser versteht. Ein gut geschriebener Businessplan kann dabei helfen, alle Fragen zu beantworten, die potenzielle Anbieter zu deinem Unternehmen haben könnten.